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von Andreas Konrad
Die wichtigsten Kenngrößen von Gastrennmembranen sind deren Permeabilität und Trennfaktoren. Aus diesen Eigenschaften ergibt sich die Trennleistung und der Membranbedarf für eine Trennaufgabe.
5.1 Permeabilität
Durch ein Membranstück mit der Fläche A stellt sich bei stationären Bedingungen unter der Triebkraft einer Partialdruckdifferenz für ein Teilchen ein Fluß J (Einheit: kg m-2 s-1) ein.
Die Permeabilität P einer Membran wird normiert als Volumenstrom Gas pro Membranfläche, Zeit und Partialdruckdifferenz für das permeierende Gas angegeben (Einheit: Nm3(STP) m-2 h-1×bar-1, STP: 0°C, 101325 Pa, 22,414 l Molvolumen).
Sollen Membranmaterialien miteinander verglichen werden, ist eine Normierung auf Membranfläche, Partialdruckdifferenz und Membrandicke üblich. (Einheit: barrer =10-10 × Ncm3(STP) cm cm-2 s-1 cmHg-1, Umrechnungsfaktor zu obiger Einheit: P ×
Dicke Membran / cm ×
2,0911 ×
10 -7 ).
Gewünscht sind Membranen mit möglichst hoher Permeabilität, da dies die notwendige Membranfläche für eine Trenneinheit verringert.
5.2 Trennfaktor
Die Trennleistung eines Membranmaterials wird mittels des Trennfaktors a angegeben.
(6)
Der Trennfaktor für ein Gaspaar ist definiert als das Verhältnis der Gaspermeabilitäten P (vgl. Gl. 6). Der Trennfaktor ist eine Materialkonstante. Er ist jedoch von der Temperatur, dem Feeddruck und der Druckdifferenz über die Membran abhängig. Der Trennfaktor a ergibt sich aus der Selektivität für den Grenzfall, daß die Partialdrücke der Komponenten A und B im Permeatraum gegen 0 gehen. Die Bestimmung von Trennfaktoren wird meist bei niedrigen Drücken und niedrigen Druckdifferenzen durchgeführt. Dadurch werden Quellungseffekte der Polymere, Komprimierung (hohe Drücke) und anisotropes Membranverhalten (hohe Differenzdrücke) reduziert. Zum Vergleich von Materialien, die sich nur geringfügig unterscheiden (z.B. variierte Substituenten in der Polymerseitenkette) ist es deshalb üblich, Permeabilitäten und Selektivitäten extrapoliert auf einen Feeddruck von 0 und auf eine Druckdifferenz von 0 anzugeben 8.
Trennfaktoren sind näherungsweise nicht von der Membrandicke abhängig. Ausnahmen sind Membranen mit sehr dünnen Trennschichten (< 0,1 mm) im Vergleich zu isotropen Filmen (100 mm). Promm, Pinnau und Koros fanden Abweichungen von 10-20 % bzgl. der Selektivitäten und führen diese u.a. auf die veränderte Polymermorphologie sehr dünner Schichten zurück 9.
Als idealen Trennfaktor bezeichnet man das Verhältnis der Einzelgaspermeabilitäten.
Werden die Permeationsmessungen mit Gasgemischen durchgeführt und daraus die Permeabilitäten der einzelnen Gase bestimmt, spricht man vom realen Trennfaktor. Dieser ist nur mit dem idealen Trennfaktor identisch, wenn weder die Gase miteinander noch die Gase mit der Membranmatrix wechselwirken.
Der reale Trennfaktor a
läßt sich auch für die Gase A (schneller permeierend) und B aus dem Verhältnis der Stoffmengenanteile xF(A,B) im Feed und Permeat xP(A,B) bestimmen (vgl. Gl.12) 10.
(12)
Wie aus Gl. 12 ersichtlich ist führt ein großer Wert für den Trennfaktor a
zu großen Produktreinheiten (Verhältnis xP(A)/ xP(B)) der schneller permeierenden Komponente im Permeat. Eine Berechnung der Zusammensetzung des Retentats ist über die Massebilanz des Moduls möglich.
Ist aufgrund von Reinheitsanforderungen an das oder die Produkte eine mehrstufige Anlagenausführung (Verschaltungsmöglichkeiten 11 (S.296)) notwendig, macht sich ein niedriger Trennfaktor a
der Membran insofern negativ bemerkbar, daß dann zurückzuführendes Permeat (z.B. bei einer Serienschaltung für das Permeat) wieder komprimiert werden muß, und damit der spezifische Energieverbrauch des Verfahrens steigt.
Der Trennfaktor a ist auch für die Produktausbeute neben der Partialdruckdifferenz die entscheidende Größe 11 (S. 283). Stellt z.B. das Retentat das Produkt der Trennanlage dar und soll das Permeat verworfen werden (vgl. Abb.3), so ist der Verlust über das Permeat um so geringer, je größer der Trennfaktor a
ist.
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